Es ist mal wieder so weit! Unter dem reißerischen Titel “Hartz IV-Sauerei! Noch nie wurde so viel geschummelt und getrickst!” zieht das “Fischverpackungsmaterial mit den vier Buchstaben und den extrafetten Überschriften” gegen Erwerbslose in den Meinungsmache-Krieg.
Jahr für Jahr, wenn die Bundesagentur für Arbeit die “Sanktionsstatistiken” veröffentlicht, wetzt “BLÖD” die Messer und bläst frei von Ahnung, Inhalt oder Moral mit hanebüchenen Verdrehungen zur Hatz auf die “Drückeberger”. So auch dieses Jahr wieder!
Frei nach dem Redaktionsmotto “Schlagzeilen statt Fakten” werden so aus einfachen “Meldeversäumnissen” oder “Verstößen gegen die Eingliederungsvereinbarung” “Schummelei und Trickserei”, ohne sich auch nur eine Sekunde mit den empirischen Daten auseinander zu setzen. Dass der größte Teil der Sanktionen auf simple Meldeversäumnisse, und nicht auf “Schummelei oder Trickserei”, zurück geht – wen interessieren schon Tatsachen?! Dass die Sanktionen wegen sogenannter “Arbeitsverweigerung” – also dem Ablehnen oder Nichtantreten einer Arbeitsstelle – seit 2007 sogar stark rückläufig sind und gerade einmal 0,5% (!!!) aller Erwerbslosen betreffen, findet sich in den plump hetzerischen Zeilen der “BLÖD” ebenfalls an keiner Stelle wieder.
Wie immer, wenn die “BLÖD” über die angebliche “Trickserei” von Erwerbslosen fabuliert, darf es auch an Fallbeispielen nicht mangeln. Beispielsweise der alleinerziehende 42-jährige Frank P. aus Berlin, der vom Jobcenter drei Stellenangebote bekam, sich bei zwei der angebotenen Stellen vorstellte, einen dritten Termin jedoch versäumte und dafür sanktioniert wurde. Wo hier “Schummelei und Trickserei” zu finden sein soll, diese Antwort bleibt das Schmierenblatt schuldig. Und die Tatsache, dass der vom Betroffenen zur Klärung der Rechtslage angestrebte Rechtsweg sich laut “BLÖD” seit nunmehr 5 Jahren (!!!) hinzieht, wirft bei den Buchstabenaneinanderreihern aus der Redaktion keine Fragen auf – natürlich nicht!
Auch bei den weiteren vier geschilderten Fallbeispielen, die – wir erinnern uns – im reißerischen Tenor von “Schummelei und Trickserei” daherkommen, finden sich an keiner Stelle Hinweise auf Betrug oder vorsätzliche Trickserei. Im Gegenteil: neben dem bereits erwähnten einfachen Meldeversäumnis geht es in lediglich einem Fall um den Abbruch einer selbst laut Schilderung der “BLÖD” höchst fragwürdigen “Fortbildung” – bei den drei weiteren Fällen geht es schlicht um rechtliche Auseinandersetzungen zu Fragen der Anrechnungshöhe von Einkommen, welches in allen Fällen von den Betroffenen rechtlich völlig korrekt dem Jobcenter gemeldet wurde. Wo hier Anzeichen für Betrug zu finden sein sollen, bleibt wohl auf Ewigkeiten das Geheimnis der Leistungsverweigerer aus der “BLÖD-Redaktion”.
Den “lustigen Abschluss” der völlig inhalts- und faktenleeren Hetze gegen Erwerbslose liefert dann noch der “Kommentar” des “Kollegen” Dirk Hoerer, der derart phrasendreschend und ohne Bezug zur Realität daherkommt, dass ich mich ernsthaft frage, wie man mit solch schlechtem Getippsel seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Wenigstens eine Frage jedoch ist für mich nach Lektüre der plumpen Hetze aus der Redaktion der “BLÖD” zweifelsfrei und umfänglich geklärt – nämlich die, wer hier schummelt und trickst, um seine LeserInnen frei von Fakten hinters Licht zu führen! Aber das – liebe “BLÖD” – ist ja nun leider auch keine Neuigkeit, nicht wahr!?
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Info: Pressemitteilung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes
Hartz IV-Missbrauch sinkt: Paritätischer Wohlfahrtsverband wirft BILD-Zeitung unverantwortliche Stimmungsmache vor
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Artikel-Illustration: http://www.titanic-magazin.de/newsticker.html
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Anmerkung der Redaktion: Wir bitten um Verständnis, dass wir in diesem speziellen Fall bewusst darauf verzichten, auf die im obigen Artikel erwähnten Beiträge zu verlinken. Besagte Artikel sind jedoch ohne Probleme im Onlineangebot des Anbieters unter der Rubrik Politik – Inland zu finden, so dass Sie sich ggf. selber ein Bild (uuups – ist so rausgerutscht
) machen können!