Wenn am späten Sonntag abend um 22:40 Uhr mein Handy klingeln würde und eine mir fremde Person zunächst einen meiner Artikel als Dreck bezeichnen würde, um anschließend auch noch mich als Person zu beleidigen, wäre meine normale Reaktion eigentlich, dem Anrufer noch “ein schönes Leben” zu wünschen und dann aufzulegen.
Zum Glück habe ich so etwas noch nie erlebt – zumindest bis zum gestrigen Sonntag abend.

Da ruft mich doch glatt ein Zeitgenosse an, stellt sich als ranghoher Funktionär des DGB vor und zieht dann eine an Unhöflichkeiten kaum mehr zu überbietende Vorstellung ab, um mir am Ende des eher als Monolog geführten Telefonates mit “ernsthaften Konsequenzen” zu drohen. Im ersten Moment glaubte ich, mich vielleicht verhört zu haben und fragte noch einmal nach dem Namen, der Anrufer gab sich daraufhin erneut als hoher DGB-Funktionär aus.
Ich habe dann schon aus reiner Neugier nicht einfach aufgelegt, sondern mir die Unhöflichkeiten bis zum bitteren Ende angehört.

Den Rest des Beitrags lesen »

Am Anfang war alles noch gut...

“Wir zahlen nicht für Eure Krise” lautete das Motto der Demonstrationen in Berlin und Stuttgart, die am 12. Juni Zehntausende auf die Beine und auf die Strassen brachte. Dazu aufgerufen hatte ein breites Bündnis außerparlamentarischer Gruppen und Organisationen, verschiedene Gewerkschaftsuntergliederungen sowie DIE LINKE und die DKP (Liste der Unterstützer: http://www.kapitalismuskrise.org/aktuelles/bundesweiter-aufruf-12-06-10/#unterstuetzer ).

Ich war zum demonstrieren und Fotos machen in Stuttgart dabei – und schreiben wollte ich ursprünglich nichts dazu. Aber auf Grund der Ereignisse in Stuttgart, welche während der Abschlusskundgebung zu einer zeitweiligen Eskalation, hitzigen Streitereien und einem Polizeieinsatz führten, habe ich mich entschlossen, nicht nur ein paar Fotos zu liefern, sondern auch ein paar kritische Worte zu der Veranstaltung niederzuschreiben. Denn schon jetzt kursieren Behauptungen, die ich als Augenzeuge so nicht teile und denen ich daher energisch widersprechen möchte!

Den Rest des Beitrags lesen »

Passend zur großen Kürzungsorgie der Bundesregierung erscheint nun die Klassikedition “Streichkonzerte” des berühmten Orchesters “Gurkentruppe” auf den deutschen Markt.
Wilde Streichstaccatos in zerstörerischem Gleichmut vorgetragen untermalen in eindrucksvollen Klanggebilden fast greifbarer Disharmonie die Atmosphäre der spätrömischen Dekadenz im beginnenden 21. Jahrhundert des niedergehenden Deutschlands.
Die unbedingte Hör- und Kaufempfehlung der Musikredaktion von kopperschlaeger.net!
Die CD zum großen Streichkonzert

Beinahe unbemerkt – im Windschatten des “ausgewogensten und gerechtesten Sparpaketes aller Zeiten” – hat die Bundesregierung sich an eine umfangreiche Reform der Strassenverkehrordnung (StVO) herangewagt. Ziel der Reformen, so ein Verkehrsausschußmitglied, welches unerkannt bleiben möchte, sei eine “weitere Senkung von schweren Unfällen im Straßenverkehr”.
Kernstück der Reform ist nach Angaben unseres Informanten ein Gesetzesentwurf mit dem Arbeitstitel “Verkehrsünderkennzeichnungsgesetz”, welches bereits ab 11. Juni 2010 in einer bundesweiten Erprobungsphase auf den Prüfstand gestellt werden soll. Grundgedanke des Entwurfs, der wohl nur deshalb bislang keine große Beachtung gefunden hat, weil er in den Medien durch das “ausgewogenste und gerechtetste Sparpaket aller Zeiten” verdrängt wurde, ist es, Verkehrsteilnehmer sichtbar zu kennzeichnen, die in der Vergangenheit durch rücksichtsloses Verhalten im Straßenverkehr aufgefallen sind. “Wenn man frühzeitig sieht, da kommt ne Verkehrswildsau, kann man besser auf die Situation reagieren”, sagte uns unser Informant zur Begründung.

kopperschlaeger.net stellt Euch im Folgenden das mehrstufige Warnsystem vor, welches unter dem Namen “Verkehrsünderkennzeichnungsgesetz” ab 11. Juni in die Erprobungsphase geht.

Den Rest des Beitrags lesen »

Wenn Dir ein Politiker im Zusammenhang mit den angekündigten Sozialkürzungen sagt “Wir haben keine Wahl!”, so will er Dir damit nicht sagen, dass die Kürzungen alternativlos sind, sondern dass derzeit keine Wahlen anstehen und Du ihn also mal kreuzweise am Arsch lecken kannst!

Prima! War der Rentenversicherungsbeitragssatz für Hartz-IV-Empfänger ohnehin eine sozialpolitische Frechheit, da er  in der Vergangenheit bereits schon halbiert wurde und Altersarmut somit vorprogrammierte, so soll selbst dieser jetzt wohl ganz entfallen. Für von Erwerbslosigkeit – und dem damit verbundenen tiefen sozialen Absturz – Betroffene bedeutet dieses, dass in Zeiten von Erwerbslosigkeit künftig kein Cent mehr in die Rentenversicherung fließt. Bei zunehmend längeren Zeiten ohne Erwerbsarbeit kann sich selbst der Dümmste an drei Fingern ausrechnen, was das für die Rentner von morgen bedeutet.
Mit den parallel dazu laufenden Planungen zur Bürgerarbeit, die Erwerbslose bis zu 3 Jahre ohne Arbeitslosenversicherungs-Abgaben in den Niedrigstlohnsektor zwingen soll, ergibt sich ein erschreckend düsteres Bild für die Zukunft.

Auch das Elterngeld soll nach Angaben verschiedener Medien “geschliffen werden”. Nicht nur, dass die Bemessungsgrundlage  zur Berechnung dieser Familienhilfe von derzeit 2700 auf 1800 Euro gesenkt werden soll – nein, für Empfänger von “Hartz-IV” entfällt diese Hilfe wohl in Zukunft komplett. Ihr Grundbedarf sei bereits “durch die Regelsätze der staatlichen Hilfen und durch Zusatzleistungen gesichert”. Zynischer geht es nicht mehr, sollte man meinen. Diese Regierung hat jegliche Beißhemmung gegen die Schwächsten des Landes verloren!

http://www.focus.de/politik/deutschland/sparklausur-erste-grausamkeiten-werden-bekannt_aid_516190.html

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,699010,00.html

Wer facebook kennt, kennt in der Regel auch das dort weit verbreitete Spielchen “FarmVille”. Dort kann man in lustiger Runde mit seinen facebook-Freundschaften seinen virtuellen Acker bestellen, seine Pixeltierchen pflegen und um Baumaterial für seine virtuellen Bauwerke wie Hühner- oder Pferdestall betteln.
Ich muss gestehen, auch ich bin dem Reiz des Säens und Erntens, des Hegens und Pflegens der virtuellen Landschaft eine Zeitlang erlegen – bis ich feststellen musste, dass “Nachbarschaftsanfragen”, “landwirtschaftliche Pflichtaufgaben” und eigentlich sinnfreie Spielereien immer mehr meiner auch nicht unbegrenzt vorhandenen Zeit fraßen. Also habe ich es recht schnell wieder aufgegeben, nicht ohne mich von dem ein oder anderen “Nachbarn” fragen zu lassen, wie ich denn das tun könne…

Damit wäre der Fall “FarmVille” dann eigentlich auch zu den Akten gelegt, sollte man meinen. Aber “FarmVille” ist penetrant und verfolgt Dich, ob Du es spielst oder nicht – auch wenn Du es nie gespielt hast. Zwar kann man die automatisch generierten Nachrichten der Anwendung problemlos mit einem Klick sperren, nicht jedoch beispielsweise die endlosen manuell verfassten Bettelposts der unzähligen Spieler. Je größer die Freundesliste, desto häufiger liest man “hat noch wer 2 Bretter für meinen Pferdestall?” oder “ich brauch noch Hundefutter – kann mir wer helfen?”.
Hinzu kommen sich hartnäckig haltende Gerüchte von geplagten Spielern, die sich mitten in der Nacht den Wecker stellen, damit ihre virtuelle Erdbeerernte nicht verdorrt – oder die zu unmöglichen Zeiten den digitalen Hund füttern müssen, damit dieser nicht fortläuft, was beim Halter des Pixeltierchens im Extremfall zu schwersten Depressionen führen können soll.

Den Rest des Beitrags lesen »

Wenn auch bekannter Weise nichts so alt ist wie die Nachrichten von gestern, möchte ich doch noch kurz ein leises “Servus” hinterherschieben.
Unser Bundespräsident Horst Köhler ist von Bord  – oder besser gesagt eigentlich eher fluchtartig über Bord – gegangen. Ich persönlich finde das ja eigentlich gar nicht so schlimm! Würden doch alle Politiker nur so konsequent sein und schnell die Segel streichen, wenn sie merken, dass sie durch Unlust, Inkompetenz oder Befangenheit durch Verstrickungen und Verquickungen mit der Wirtschaft ihren Job nicht mehr pflichtgemäß erledigen können – so manches Unheil bliebe uns erspart.

Eine etwas seriösere Betrachtung der Thematik hat übrigens mein geschätzter Kollege Frank Benedikt vom Auto-Anthropophag verfasst, für den ich auch die unten stehende Illustration erstellt habe.

Der Kapitän verlasst das stolze Schiff

 
Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: